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Werbekrise

Plus bei Axel Springer

Im dritten Quartal konnte der deutsche Medienriese Axel Springer Verlag einen Gewinnzuwachs von elf Prozent verzeichnen. Anlass für ausgelassenen Jubel sieht die Geschäftsleitung allerdings nicht. Lediglich aufgrund der schwachen Zahlen des vorherigen Quartals, erscheint der Anstieg des operativen Gewinns so hoch. Die Wirtschaftslage werde weiterhin schwierig bleiben, meinte ein Sprecher des Medienkonzerns.

Es wird wieder gefeiert

Nachdem die Gala zur Verleihung der „Goldenen Kamera“ 2009 aufgrund der Werbekrise gestrichen wurde, ist sie für 2010 nun wieder in Planung. Die 45. Verleihung, präsentiert vom Springer-Titel ”Hörzu”, findet am 30. Januar in der Ullstein-Halle in Berlin statt. 2009 wurde der Gewinner lediglich in einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Ein Riese in der Krise

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Ein Verlagshaus ist ein relatives solides Unternehmen. Schließlich verlernt die Bevölkerung in der Krise nicht das Lesen. Trotzdem muss sich Medienriese Axel Springer ins Zeug legen, um Werbeflaute und Anzeigenebbe zu trotzen.

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Hintergrund:

Die Anzeigenkrise forderte ihr Tribut: ein Umsatzrückgang von 3,4 Prozent – lange Gesichter bei der Axel Springer AG nach dem Abgleich im ersten Quartal. Der Betriebsgewinn (Ebidta) wurde zwar im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 80,3 Millionen ausgebaut. Allerdings drückte 2008 unter anderem der Umzug der Bild-Redaktion die Gewinnzahlen nach unten.

Absehbar waren die Auswirkungen der Werbekrise schon lange – im Dezember 2008 verkündete Springer-Vorstand Mathias Döpfner, dass 2009 als Sparmaßnahme alle geplanten Galas und Veranstaltungen ausfallen würden. Das betraf unter anderem die Verleihung der „Goldenen Kamera“. Angesichts der Wirtschafts- und Anzeigenflaute will man lieber an Champagner und Lachshäppchen sparen, als an wertvollen Mitarbeitern und Journalismus, hieß es dazu intern. Als weiteren Schritt führte man bei dem Wirtschaftsblatt „Financial Media“ am 1. April 2009 Kurzarbeit ein. Diese wurde aber Ende Juli wieder beendet. Der Grund: Die Krise sei wohl eher doch langwierig – „eine Fortsetzung der Kurzarbeit kann daher keine Lösung sein“, so das Unternehmen.

Kernpunkte der aktuellen Strategie des Unternehmens sind nun „Digitalisierung und Internationalisierung. Und tatsächlich: Bei den digitalen Medien verzeichnete der Axel Springer Verlag im ersten Quartal 2009 ein Einnahmeplus von 15,1 Prozent. Dies half, den Rückgang der Werbeerlöse um 13 Prozent auf 541,5 Millionen Euro teilweise zu kompensieren. Die Internationalisierung fokussiert sich vor allem auf wachstumsstarke Märkte in Osteuropa. Je nach regionaler Marktlage werden neue Blätter gelauncht oder gekauft, Lizenzen erstanden oder vergeben.

Axel Springer ist Deutschlands größter Medienkonzern und verlegt unter anderem die „Bild“-Zeitung und „Die Welt“. Der Hauptunternehmenssitz befindet sich in Berlin. Mathias Döpfner ist seit Juli 2000 Mitglied des Vorstands der Axel Springer AG, seit 1. Januar 2002 Vorstandsvorsitzender und Vorstand Zeitungen.

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