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Werbemusik bringt Freiminuten

Das Telefonieren mit ”Turkcell” lohnt sich jetzt für den Kunden. Denn wer eine der vorgegebenen Werbesequenzen von beispielsweise Coca Cola downloadet und dann als Anrufton einstellt, der verdient sich damit Freiminuten. Je länger es der Anrufer dabei klingeln lässt, desto mehr Freiminuten ist der Anruf wert. Wer also nicht davor zurückschreckt, jegliche Anrufer mit Werbung zu beschallen, kann sich hierbei sehr viel Geld sparen.

Musik in der Werbung

intro:

Dass uns persönliche, authentische Musik emotional anspricht, ist keine Neuigkeit. Doch nach dem Thema “Soundlogo” setzen Werbeagenturen jetzt auch auf den neuen Einsatz von Musik und produzieren Spots, in denen die Untermalung längst nicht mehr nur aus schlichten Kaufaufforderungen besteht.

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Hintergrund:

Die ersten Töne

Werbung gekonnt zu vertonen geht längst darüber hinaus, ein willkürliches Lied im Hintergrund spielen zu lassen. Der erste Schritt in Richtung Professionalität war die Entwicklung eines firmeneigenen Soundlogos. Ein Soundlogo ist ein kurzes, markantes Klangereignis, das aus Musik, Geräusch, Sprache oder jeglicher Kombination davon bestehen kann. Meist ist es am Ende eines Werbespots zu finden. Das Soundlogo ist somit das akustische Pendant zum visuellen Logo.

Eine Studie zeigte, dass ein gelungenes Soundlogo nicht nur die Einprägsamkeit der Marke fördert, sondern die Bedeutung dieses Logos in den letzten Jahren außerdem sehr zugenommen hat.

Welche Musik für welchen Spot?

Dass nicht jede Musik zu jedem Werbespot passt, liegt auf der Hand. Doch prinzipiell bringt uns authentische, persönliche immer Musik dazu, das beworbene Produkt länger im Gedächtnis zu behalten. Musik, die uns emotional anspricht, gibt uns ein vertrautes Gefühl.

Beispiele

Aktuelle Beispiele solcher Werbespots finden sich bei den Agenturen Tribal DDB, Saatchi&Saatchi, Kolle Rebbe und Grabarz&Partner.

Für die deutsche Telekom haben Tribal DDB und Saatchi&Saatchi einen Spot entwickelt, der den Trend zu authentischer und persönlicher Musik widerspiegelt. In “Rosenregen” hört man den Song “Just so” von der dänischen Sängerin Agnes Obél, die von Massive Talent entdeckt wurde. Werbespot Telekom

Ein ähnlich emotionaler Song kommt von Tim Nowack. Für Kolle Rebbe und den Kunden Parship.de komponierte er den Song “You take me away”. Das Lied wurde für die Kampagne “RTL-Sommerkino” ausgewählt und somit durch Crossmarketing zusätzlich vermarktet. Werbespot Parship.de

Dass mit “emotionaler” Musik ein zu eingeschränktes Spektrum an Werbung abgedeckt werden kann, ist eine Fehlvermutung. Für den Spot “Hard Work” benutzt die Agentur Grabarz&Partner eigens in Louisiana gecastete Stimmen, die eine authentische Working Class für den Kunden, VW-Nutzfahrzeuge, bilden soll. Werbespot VW

Trends

Ein Umschwung in der Werbeindustrie ist auch am Beispiel Bluwi zu sehen. Fritz Rating, zuvor bei Jung von Matt, Zum Goldenen Hirschen und Heye&Partner tätig, ist nun Standortleiter in Berlin und Amsterdam - außerdem ist er studierter Schlagzeuger.

Tim Renner, der ehemalige Universal-Chef gründete sogar eine eigene Liedagentur.

Wir haben uns entschlossen, die Szene aufzumischen - für diejenigen, die ausbrechen wollen aus der profanen Alltäglichkeit des Werbemusikgeschäfts

Er sieht seine Agentur als Schnittstelle zwischen Werbe- und Musikindustrie.

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