24.11.2008
Ich möchte heute auf ein paar Firmen bzw. Websites hinweisen, mit denen man Videos in einer Weise machen bzw. verteilen kann, die vor dem Web nicht möglich war.
Gemeinsam ist ihnen, dass man in einer Weise zusammenarbeiten kann, die es vor dem Web nicht gab. Das Web erlaubt es, Videos dezentral zu produzieren und zur Verfügung zu stellen, also nach ganz anderen Regeln, als sie beim Fernsehen und auf dem Markt z.B. für DVDs gelten.
Kaltura: Kollaboratives Editieren von Video:
Zuerst ein Hinweis auf ein Editiertool für Video, das wikiartig funktioniert, Kaltura.
Auf Kaltura bin ich gestoßen, weil ich nach einer Möglichkeit suchte, das geplante superinternet.at-Wiki mit Video auszustatten.
Kaltura bietet einen Player an, mit dem man Video auch editieren kann; bei der entsprechenden Rechtevergabe auch kollaborativ. Ich kann also z.B. ein Video von einem Event machen, es auf die entsprechende Plattform stellen und es von anderen weiterbearbeiten lassen.
Auf der Kaltura-Website ist das im einzelnen dokumentiert. Hier z.B. eine Seite über den Kaltura Video-Editor.
Man kann den Editor auf dieser Seite gleich ausprobieren. Es ist möglich Audio- und Videoclips hinaufzuladen, sie zu schneiden, die Reihenfolge festzulegen und Übergänge zu bestimmen. Das alles passiert in einem Flash-basierten Interface, das intuitiv verständlich. Mit Kaltura findet für Video also etwas ähnliches statt, wie es das für Fotos bereits gibt: Die Bearbeitung wird als Web-Service angeboten.
Man kann sich leicht vorstellen, was damit zu machen ist. Große Gruppen von Leuten, die über eine Ereignis oder ein Thema berichten, können sich zusammentun und gemeinsam etwas produzieren; die wisdom of crowds wird für die Videoproduktion genutzt.
Kaltura arbeitet mit der Wikimedia-Foundation zusammen, um die Wikipedia mit editierbaren Videos auszustatten. Es gibt Kaltura-Plugins für das Mediawiki und Wordpress-Blogs, angekündigt ist auch ein Plugin für Drupal.
Kollaborative Live-Sendungen: make.tv
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Diensten, mit denen sich Video live streamen lässt, z.B. USTREAM.TV, Mogulus und Qik. Dabei ist Qik speziell auf das Streamen vom Handy ausgerichtet. (Mir selbst ist es leider noch nicht gelungen, dort ein Video zu senden.)
make.tv ist ein ähnlicher Service. Besonders bei make.tv ist, wie die verschiedenen Streams für eine Show (von Sendung kann man ja eigentlich nicht sprechen) gemixt werden können. Make.tv-Benutzer können sich wechselseitig beieinander anmelden, wie bei einem Chat. Jeder kann dann die Streams seiner Partner mit den eigenen verbinden und entweder von einem zum anderen umschalten, so wie ein Regisseur die Kamera wechselt, oder auch eine kleine Ansicht eines anderen Streams in einen Stream einbetten. Ich zeige als Beispiel Luca Hammers Aufnahme der
letzten Digitalks-Veranstaltung:
Wie das Interface aussieht, wenn man selbst etwas streamt, kann ich in einem Screencast zeigen:
Man sieht oben die verschiedenen Streams, die zur Verfügung stehen. Man kann sie in die darunterliegenden, großen Editierfenster ziehen und dort bearbeiten. Durch Klicken in das rote Feld unten wählt man eines dieser Fenster aus und streamt es. Man kann den Stream auch aufzeichen und - wenn man will - natürlich auch nur aufzeichnen.
Auch dieses Interface ist Flash-basiert. Adobe stellt mit Flash so etwas wie eine Standart-Plattform für Videobearbeitung und -Verteilung zur Verfügung, auch wenn es für hohe Qualität nach wie vor Alternativen gibt, vor allem die von Apple verwendete H.264-Codec, die Google für seine High-Quality-Videos benutzt. (Hier ein Video, das erklärt, wie man ein Video in H.264 konvertiert, weitere Informationen hier.)
Video-Blogs und Video-Kommentare mit seesmic
Ich möchte noch auf einen dritten interessanten Service aufmerksam machen, der ebenfalls technisch auf Flash basiert,seesmic eine Blog mit Videokommentar-Funktionalität über Seesmic auszustatten. Seesmic-User kann man übrigens mit twhirl verfolgen. Die Firm, die twhirl entwickelt, wurde inzwischen von seesmic übernommen.
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